Andheri Hilfe

 

Vom reinen Strohschuh-Projekt zum Andheri-Projekt

 
 
Am Beginn dieses Aktionskreises stand die für Elgersweier typische Herstellung von Strohschuhen aus Mais-Blättern. Eine Gruppe von Frauen aus dem Bereich der Seniorenarbeit pflegte in den Wintermonaten vor allem zur Unterstützung von sozialen Hilfsproiekten die Herstellung von Strohschuhen. Dazu kam der Kontakt zur Andheri-Hilfe e.V. in Bonn, die seit dem Beginn der 60er-Jahre in Indien und Bangladesh Entwicklungshilfe leistet. Die damalige ortsansässige Lehrerin, Frau Waltraud Schäfer, hatte bereits im Jahre 1978 Verbindung zu Frau Rosi Gollmann, der Vorsitzenden der Andheri-Hilfe in Bonn. Seither wurde diese Institution von der Strohschuhgruppe aus den Verkaufserlösen finanziell unterstützt. Schließlich hatte Frau Gollmann von der Andheri-Hilfe die ldee, auch in Bangladesh durch dortige Frauen Strohschuhe anfertigen zu lassen. 
 
Um diese ldee umzusetzen, reisten im Oktober 1992 die beiden Elgersweirer Frauen Gertrud Kempf und Claudia Hansmann nach Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh, um in der dortigen CARITAS-Werkstatt einer Gruppe junger einheimischer Frauen zu zeigen, wie Strohschuhe gemacht werden. Allerdings gab es vor Ort kein Mais-Stroh, aber die reichlich vorhandene Jutefaser war vollwertiger Ersatz. Nach 3-wöchiger Einarbeitungszeit mit vielen interessanten menschlichen Begegnungen war die Grundlage für eine fortlaufende Herstellung der jetzt umbenannten Jute-Schuhe perfekt.
 
Seit 1993 kommen in jedem Herbst über 700 Paare der in Bangladesh hergestellten Juteschuhe nach Elgersweier. Voraus geht eine jährliche Bestellung, die alle Größen von Gr. 2I bis Gr. 47 vorsieht, dazu eine Aufteilung nach Farben, da die Schuhe nicht nur in der Naturfarbe des Jutematerials (gebrochenes Weiß), sondern auch mit eingefärbtem Material geliefert werden. Nun gilt es jedes Jahr, diese Haus-Schuhe auf verschiedenen Mäkten vor Ort und in der Region zum Kauf anzubieten. Das Interesse ist bisher erfreulich groß, so dass so gut wie keine Restbestände zurückbleiben. Bei diesen Verkaufsaktionen und den damit verbundenen Vorbereitungsarbeiten sind viele Helferinnen und Helfer beteiligt, insgesamt mehr als 20 Personen, ohne die dies alles nicht möglich wäre. 
 
Als finanzielles Resultat ergeben sich jährlich Verkaufserlöse und Zusatzspenden in Höhe von ca. 10.000 EURO. Der Großteil dieses Geldes fließt über eine Importgesellschaft der Andheri-Hilfe direkt an die Frauen in Bangladesh, die in den Werkstätten oder auch zu Hause die Schuhe angefertigt haben. Der Rest geht an die Andheri-Hilfe in Bonn mit der Auflage, das Geld speziell für Frauen- und Familien-Projekte, z.B. Aus- und Fortbildung, landwirtschaftliche Tätigkeiten und gesunde Ernährung, Maßnahmen gegen Kinderarbeit u.a. Das ganze Jahr über gehen auch immer wieder beachtliche Spendenbeträge beim Freundeskreis ein, die unmittelbar an die Andheri-Hilfe in Bonn insbesondere für Blinden-Operationen bestimmt sind. Hierzu zählt insbesondere auch als Spender-Gemeinschaft die nach wie vor bestehende Strohschuh-Gruppe in Elgersweier, die aus ihren Verkaufserlösen jedes Jahr einen beachtlichen Betrag beisteuert. 
 
Einen Sonderbeitrag leistete z.B. der Gospelchor Swing Spirit, der 2006 ein Benefiz- Konzert in der St.-Markus-Kirche veranstaltete und den Spendenerlös der Andheri-Hilfe zukommen ließ. Von der Pfarrgemeinde St. Markus selbst fließen laufend sog. Mess-Stipendien für Messfeiern an die Andheri-Hilfe in Bonn zur Förderung verschiedener Entwicklungs-Projekte. Der gute Kontakt zwischen Elgersweier und der Andheri-Hilfe in Bonn kommt auch dadurch zum Ausdruck, daß die frühere Vorsitzende und Gründerin, - heute Ehrenvorsitzende -, Frau Rosi Gollmann mehrmals hier einen Besuch abstattete, zuletzt anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Andheri-Aktionen in Elgersweier im Oktober 2012. Der Andheri-Freundeskreis ist froh und auch ein wenig stolz, im Rahmen aller Aktivitäten der Pfarrgemeide St. Markus auch einen wertvollen Beitrag leisten zu können.    
 

Juteschuh Verkauf 2016 und 2017

Für die in den beiden Jahren geleistete Verkaufsarbeit bedankt sich die Ehrenpräsidentin der Andheri-Hilfe Bonn e.V., Frau Rosi Gollmann, beim Freundeskreis Elgersweier. "Neben dem Verkaufsergebnis einschließlich der Spenden von über 11.000 Euro steht jetzt neben dem Arbeitsentgelt dür die Frauen ein Betrag von 3800 zur Verfügung für das Frauen-Projekt in diesem Land, das zu den ärmsten der Welt gehört. Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, die das Überleben gefährdet, konnten Frauen und Männern Fortbildungskurse angeboten werden, zum Beispiel Anleitung für bessere Viehhaltung, Anlage von Küchengärten ( 152 Gärten wurden angelegt für eine bessere Ernährung und besseres Einkommen ), Ausbildung von Frauen zu Näherinnen und Starthilfe für eigenen Kleinbetrieb. ... Die eingeschlagene Richtung stimmt. Die Armutsschwelle ist bereits überwunden - auch durch Ihre Jute-Schuh-Aktion."
In diesen Tagen haben wir wieder insgesamt 770 Paar Juteschuhe für die Verkaufsaktion 2017 neu bestellt. Sie werden im September 2017 in Elgersweier eintreffen.