Glockenturm und mehr
Die Erneuerung der Pfarrkirche St. Markus in Elgersweier
Am Anfang ging es nur um den Glockenstuhl. Das Stahlkonstrukt im Turm der Pfarrkirche St. Markus in Elgersweier zeigte
massive Verschleißerscheinungen. Im Einvernehmen mit dem Erzbischöflichen Bauamt Freiburg und dessen Architekten, Barbara Martin und Joachim Berger, entschlossen sich die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde für den Einbau eines Glockenstuhls aus Holz. Und sie nutzten die Gelegenheit, um das dreistimmige Geläut durch eine vierte Glocke zu ergänzen. Letztere machte freilich den kleinsten Teil der Sanierungskosten aus, wie Pastoralreferent Martin Wetzel betont. Zudem sei gerade im Blick auf die neue „Markusglocke“, die Spendenbereitschaft besonders groß gewesen. Tatsächlich wurde die neue Glocke, ebenso wie die Renovation insgesamt, durch zahlreiche Spenden, aber auch durch einige Aktionen unterstützt – bis hin zum Verkauf eines „Glockenbrots“ durch den Bäckermeister am Ort, einer von einem heimischen Künstler eigens initiieren Ausstellung und der Möglichkeit, kleine Glöckchen zu erwerben, die von der beauftragten Glockenbaufirma zur Verfügung gestellt wurden. Ein Raum für Gottesdienste am Werktag Die Anschaffung der neuen Glocke war aber nicht die einzige „unvorhergesehene“ Maßnahme, die im Zuge der Sanierung zum Tragen kam. Dadurch, dass das aufgebaute Gerüst auch einen näheren Blick auf den oberen Teil des Turms ermöglichte, wurde deutlich, dass das Kreuz auf der Kirchturmspitze nicht nur schief stand, sondern dringend sanierungsbedürftig war. Dasselbe galt für den Hahn und die Kugel. Über die Sanierungsmaßnahmen am Turm hinaus nutzten die Verantwortlichen die Gelegenheit, um auch im Innenraum eine bemerkenswerte Umgestaltung vorzunehmen. Das Deckengemälde im Hauptschiff und Chorraum wurde vom Freiburger Kunstmaler Manfred A. Schmid (1911 bis 2009) 1962 gemalt. Ein kleinerer Bereich im hinteren Teil des Kirchenschiffes wurde durch eine aufschiebbare Glaswand vom vorderen Teil abgetrennt. In diesem eigens beheizbaren Bereich finden nun sämtliche nicht eucharistischen Gottesdienste, insbesondere an Werktagen, statt. „Seien es Kindergottesdienste, Schweigemeditationen, Taizégebete oder das Gebet um geistliche Berufe“, wie Lore Wiucha betont, die als Mitglied des örtlichen Gemeindeteams während der Zeit der Sanierung eine wichtige Ansprechpartnerin war. Im Zuge der Neugestaltung und Aufteilung des Innenraums wurden auch einige Kirchenbänke entfernt, die nun, je nach Bedarf, durch Stühle ersetzt werden. Somit stehen nach der Aufteilung des Kirchenraums in St. Markus grundsätzlich genauso viele Plätze wie früher zur Verfügung. Sie werden auch immer wieder gebraucht – insbesondere bei den Gottesdiensten an den großen Festen des Kirchenjahrs. Eine letzte Maßnahme steht aus: Demnächst bekommt die Elgersweierer Pfarrkirche noch eine neue, moderne Beschallungsanlage. Im Herbst können dann Interessierte die zurückliegende Renovation noch einmal Revue passieren lassen. Denn ein Mitglied der Gemeinde hat die Maßnahmen mit der Kamera festgehalten und einen Film daraus gemacht. (Quelle: Konradsblatt Nr. 24 vom 15.6.2014)
Michael Winter
Ein Porträt des neuen Glocken-Ensembles finden Sie
hier auf der Internetpräsenz des Erzbischöflichen Glockeninspektors.