Oder: Wenn man im Pfarrarchiv stöbert ..........Diese Chronik wird fortgesetzt! Quellen: Pfarrarchiv und Dr. Martin Ruch, Verfolgung und Widerstand. von Gottfried Wiedemer
1919-1969 50 Jahre Gemeindehaus "Ortenauer Hof"
Im "Ortenauer Hof" wurde schon 1932 Jazz gespielt
An der Kreuzung Hilda-Weingartenstraße stand seit 1904 ein dreistöckiges Haus, im Erdgeschoss war die Gaststätte "Zur frohen Einkehr". Es gehörte mit etwa 17 ar Obstgarten (heute Treff - Discount) der Mittelbadischen Brauereigesellschaft "Zum Greifen" A.G. in Emmendingen. Als 1919 die Garnison wegfiel und der Umsatz gegen Null ging, und "weil wir in Offenburg nur diese einzige Wirtschaft als Bierverkäufer haben", bot die Emmendinger Brauerei das Anwesen der katholischen Oststadtpfarrei an, die dringend ein Gemeindehaus und Kindergartengebäude suchte. Am 1. Oktober 1919 erwarb Pfarrer August Karle Grundstück, Haus und Inventar für 91.000 Mark.
Schon bald erwies sich das Lokal als zu klein für ein Gemeindehaus, zumal die Nebenräume auch als Kinderschule genutzt wurden. Die Katholischen Vereine halfen 1927 beim Aufbringen einer Barsumme von 25.000 Mark, womit die Gebäude der Vulkanisieranstalt Grethel und das angrenzende Grundstück Hildastraße 67 gekauft werden konnten.. Die Kinderschule, betreut von Ordensschwestern, wurde im Rückgebäude untergebracht, vorne an der Straße wurde ein Gemeindesaal mit Bühne und drei Obergeschossen (sechs Wohnungen) geplant.
Als Pächter für die Wirtschaft suchte der neugegründete "Gemeindehaus Oststadt e.V.", vertreten durch Straßenmeister Kraus, eine finanzstarke Brauerei, die als "Morgengabe" ein Baudarlehen geben sollte. Interesse bekundeten über ein Dutzend Brauereien, darunter Fürstenberg, Ganter, Riegel, Hatz, Moninger, Schrempp-Printz, Jehle usw..., aber das Rennen machte die Kronenbrauerei Theodor Braun, die am 11.4.1927 einen Pachtvertrag abschloss und 50.000 M zu 5% Zins vorstreckte. Für die sechs zu errichtenden Wohnungen gab auch die Stadt Offenburg ein Darlehen und erhielt dafür die Mitentscheidung bei der Belegung.
Die Pläne für den Neubau und Umbau der Wirtschaft samt neuen Toiletten zeichnete im Juni 1927 Rudolf Wacker. Große Rundbogenfenster und Portal für den Saal, Erker und harmonische Fassade schmücken die Straßenfront. Am 1. November 1927 übernahm als erster Pächter Eugen Hess den "Ortenauer Hof" - so hieß die "frohe Einkehr" von jetzt an - und am 30. Juni 1928 wurde das neue Gemeindehaus eingeweiht. Dabei überbrachte Oberbürgermeister Holler die Glückwünsche der Stadt und lobte die Dreifaltigkeitsgemeinde für ihr soziales Engagement im Kindergarten. Die Kasernen waren in Sozialwohnungen umgewandelt worden und dort gab es sehr viele Kinder.
Der Pächter der Wirtschaft war verpflichtet, "dass er den Saal den katholischen Vereinen der Oststadt stets, auch ohne Trinkzwang, jederzeit auf Verlangen zur Verfügung zu stellen hat. Bei Versammlungen mit Restauration hat der Wirt Heizung und Beleuchtung etc. ohne jede extra Vergütung und ohne Erhöhung der Ausschankpreise zu stellen. ... Alle Veranstaltungen müssen mindestens drei Tage vor Beginn angemeldet werden." Ansonsten konnte der Wirt den Saal auch anderweitig vergeben und z.B. Tanzabende veranstalten. Die Mieter der Obergeschosse zogen ein und alles ließ sich zunächst ganz gut an.
Die Weltwirtschaftskrise: Deutschland hatte 1932 sechs Millionen Arbeitslose Aber dann kam die Weltwirtschaftskrise und Deutschland hatte 1932 sechs Millionen Arbeitslose, die allermeisten davon Familienväter. Von staatlicher Arbeitsbeschaffung befürchtete man eine neuerliche Inflation, und Reichskanzler Brüning hoffte, mit rigorosen Sparmaßnahmen die Krise zu überstehen. Im Reichstag fand er für seine Gesetzesvorlagen keine Mehrheiten, deshalb regierte er mit Notverordnungen. Allen Staatsbeamten wurden die Bezüge um 10 % gekürzt, die Arbeitslosenunterstützung von 26 auf 6 Wochen zusammengestrichen. Da verging einem der Bierdurst und fast niemand konnte mehr im Gasthaus essen gehen.
Auch der Pächter des "Ortenauer Hofs" jammerte über Umsatzeinbußen, die Mieter baten um Mietsenkungen oder Stundung und auch die Kronenbrauerei kam 1931 in Schwierigkeiten. Sie kündigte den Pachtvertrag und wollte den Restkredit, ca 40.000 M, zurückhaben. Sie berief sich dabei auf eine Notverordnung von Brüning, nach der auch Miet- und Pachtverträge auf eine neue Grundlage gestellt werden sollten. Stadtpfarrer Karle wollte sich gütlich einigen und ermäßigte die Pacht um 20 % auf 4.600 M im Jahr, aber die Brauerei wollte die Kredit-Rückzahlung vor Gericht erzwingen. Obwohl der "Gemeindehaus Oststadt e.V." beim Landgericht und in der Berufung beim OLG Karlsruhe Recht bekam, überstiegen die finanziellen Sorgen und der Prozessärger die Kräfte von August Karle. Der Erbauer der Dreifaltigkeitskirche und Vater des Gemeindehauses starb am 4. September 1933, erst 57 Jahre alt.
Stadtpfarrer Karle waren die katholischen Vereine ein Herzensanliegen gewesen. Der Arbeiterverein zählte in der von den Eisenbähnlern geprägten Oststadt 1922 schon 505 Mitglieder. Der Mütterverein (er hatte den Taufstein gestiftet), Kolping, der Jünglingsverein und die Jungfrauenkongregation erreichten dreistellige Zahlen. Sie alle hatten nun ein Zuhause. Man hielt Versammlungen ab, feierte, tanzte, organisierte Fastnachtsbälle und spielte fleißig Theater. Dass es dabei sogar um Politik und Zeitgeschichte ging, zeigt ein Bericht vom 4. Januar 1931. Der katholische Jugend- und Jungmännerverein lud zur Weihnachtsfeier "unter gütiger Mitwirkung von Konzertsängerin Frl. Hermine Zepp (Sopran) und Frl. Klara Wagner (Klavier)". Außerdem kommt zur Aufführung "Die Glocken der Heimat", ein aktuelles Schauspiel aus Rußlands notvoller Gegenwart. Der Zeitungsschreiber kommentierte: "Erschütternd geht der Kreuzweg eines Volkes an den Augen der Zuschauer vorüber. Trotz Buch und Zeitung sind die Gräuel der Sowjetgewalt nicht bis zum Herzen der Menschen vorgestoßen...Der Bauer, in seinen Lebenswurzeln bedroht, wehrt sich dagegen, oft mit bewaffneter Faust. Umsonst....Unser Herz schwingt mit den Ärmsten, um so mehr, da es deutsche Bauern sind, die von der furchtbaren Not betroffen sind."
Chronist des Jungmännervereins war damals Alfons Benz. An Fastnacht 1932 zeigten die Sturmschar und die DJK auf der Ortenauer-Hof-Bühne "Münchhausen Nr. 2" und "Der Ölgötze von Ninive". Es gab eine Tombola und zwischen den Darbietungen spielte "eine Jazzkapelle flotte Weisen". Im Dritten Reich durften die katholischen Vereine nicht mehr öffentlich auftreten. Natürlich gingen sie weiterhin zum Stammtisch in den Ortenauer Hof. Einmal wollte man den Katholischen anhängen, sie hätten das Bild des Führers von der Wand heruntergestoßen. Aber sie konnten nachweisen, dass es eine Gruppe von Arbeitsdienstlern gewesen war.Seit 1933 war Eugen Augenstein Stadtpfarrer in Hl. Dreifaltigkeit. Als Stiftungsratsvorsitzender hatte er auch den Prozess mit der Kronenbrauerei und die Mietstreitigkeiten in der Hildastraße 67 geerbt. 1936 wurde z.B. um eine halbe Monatsmiete prozessiert (ca. 40 M damals).
Im Juni 1936 unterschrieb Alfred Herp aus Zell-Weierbach als zweiter Wirt den Pachtvertrag, blieb aber nur 15 Monate. Ihm warf Augenstein vor, ein Kruzifix und das Bild des Erbauers August Karle im Gemeindesaal abgehängt zu haben. Nach einer scharfen Warnung - und Augenstein konnte scharf werden - kam alles wieder an seinen Platz.
Quelle: Seelsorgeeinheit Offenburg St. Ursula
Fronleichnam 1937: Blumengeschmückter Altar am Ortenauer Hof
Bei der Fronleichnamsprozession gab es Stationen-Altäre, einen davon vor dem Portal des Gemeindesaales (s. Foto von Gertrud Heck). Augenstein meldete am 24.5.1937 die Errichtung dieses Altars ordnungsgemäß bei der Kronenbrauerei und beim Wirt an. In der Antwort stand: "Ihrem Wunsch wird selbstverständlich Rechnung getragen werden. - Heil Hitler! - Kronenbrauerei A.G." Augenstein wollte, zumal im eigenen Haus, keinen Rückzieher vor den Nazis machen. Im übrigen zog sich der Pachtstreit bis Ende 1937 hin. Jede Seite drohte mit Abbruch der Geschäftsbeziehungen. Aber die Brauerei wollte die Wirtschaft natürlich nicht aus der Hand geben, und auch die Kirchengemeinde hatte keine wirkliche Alternative. Und so pokerte man im Grunde um die alte Darlehensschuld.Auch mit der Stadtkasse lag Augenstein im Streit wegen der Tilgung des Darlehens. Hinzukamen Grundsteuer, Haus-Sondersteuer, die Müll- und Wassergebühren, Versicherungen etc. All dies sollte monatlich aus Pacht- und Mieteinnahmen beglichen werden, aber schon 1937 war eine Schuldsumme aufgelaufen, dass ein anderes Kirchengrundstück an der Ortenbergerstraße gepfändet wurde. (Es konnte später wieder ausgelöst werden ).
Nicht zu beneiden war auch der damalige Vorsitzende des "Gemeindehaus Oststadt e.V.", der Milchhändler Jakob Rieder, bei dem sich Reparaturrechnungen, Räumungsklagen, Vollstreckungsbefehle und Prozessakten stapelten. Insgesamt hat man den Eindruck, dass die Gemeinde und ihre Pfarrer für den "Ortenauer Hof" sehr geblutet haben, für die vielleicht 25 Jahre friedlicher und ungestörter Nutzung als Gemeindehaus.
Am 1. September 1939 hatte Hitler Polen überfallen und den II. Weltkrieg entfesselt. Am 25. Januar 1943 fragte der Oberstabsarzt der hiesigen Garnison beim Pfarramt an, ob der "Ortenauer Hof" als Lazarett überlassen werden könnte. Im Festsaal hatte das Wirtschaftsamt schon vorher Textil-Stoffe gelagert, die jetzt umgeräumt wurden. Während Augenstein wohlwollend antwortete und auf pflegliche Behandlung der Räume hoffte, wurde das ganze Erdgeschoss am 24.3.43 "gemäß §§ 24 und 25 des Reichsleistungsgesetzes" einfach beschlagnahmt.
Mit der Tilgung der Altschulden - im September 1943 waren es noch 114.500 M - hatte Augenstein mehr Glück. Das Freiburger Ordinariat machte durch zinslose Darlehen eine Umschuldung möglich, für die sich der Pfarrer in herzlich ergebensten Formulierungen bedankte. Schon 1937 hatte Christian Grießhaber die Wirtschaft gepachtet, aber nur kurze Zeit an deutscher Soldaten-Kundschaft seine Freude gehabt. Im August 1945 beschlagnahmten die Franzosen den "Ortenauer Hof" und gaben ihn erst neun Jahre später - zum Jahresende 1954 - wieder frei. Grießhaber hoffte bis 1952, die frühere Wirtschaft wieder zu bekommen, übernahm dann aber den "Trischtler" in der Langestraße.Die Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit konnte ab Januar 1955 ihr Gemeindehaus wieder nutzen, nachdem es für 35.000 DM instandgesetzt war. Im "Wirtschaftswunder" konnte man mit jährlichen Miet- und Pachteinnahmen von 13.000 DM rechnen, so dass das Darlehen bald zurückgezahlt war. In Emil Kiefer fand man einen neuen Wirt, der sein Metier verstand.
Dekan Augenstein bestand aber auf Vorlage und Genehmigung aller nicht kirchlichen Veranstaltungen. Im Monat kam es so zu 4 bis 6 Saal-Terminen: Hochzeiten, die CDU, Vereine, Versammlung der Lokführer, Lehrertagung, Bund der Kinderreichen.... der "Ortenauer Hof" war 1956 sehr gefragt. Natürlich nutzten die Gemeinde und ihre Gruppen das Haus, und - es wurde eifrig Theater gespielt. An den Spielleiter Willi Panter und die Theatergruppe des Dritten Ordens erinnern sich die Älteren heute noch. Der Kirchenchor gestaltete große Teile des Fastnachtsprogramms, wobei sich die komischen Talente Alfred Muckle und Helmut Lampert hervortaten. Auch Jubiläen und Feierstunden fanden im "Ortenauer Hof" statt. Im Kindergarten trafen sich die Jugendgruppen am späten Nachmittag oder Abend zu ihren Heimabenden, der Chronist selbst war dort von 1956-60 zwei- bis dreimal in der Woche mit seinen ND-lern (Bund Neu-Deutschland - kath. Jugendorganisation). Sogar Fastnacht feierte die KJG in diesen kleinen Räumen. 1957 wurden sie ein letztes Mal renoviert.
KJG Fastnacht im KIGA "Ortenauer Hof" im Jahr 1960(v.li.: Gudrun Spanbalch, Beate Litterst, Günther Misenta, Werner Killius, Edelgard Kübler,)
Das war eine der letzten Maßnahmen des schon schwer erkrankten Dekans Augenstein. Am 30. Oktober dieses Jahres starb er. Johannes Heß, sein Nachfolger, ging sofort an die Renovation der Kirche. Um Geld zu sammeln, fanden im "Ortenauer Hof" viele Veranstaltungen statt, z.B. auch ein Basar mit Tombola. Die Stadt Offenburg verzichtete dabei sogar großzügig auf die fällige Vergnügungssteuer von DM 12.- (Schreiben vom 24.2.1959). Am 14. März 1960 wurde der "Gemeindehaus Oststadt e.V." aufgelöst und das Vermögen an die Dreifaltigkeitspfarrei übergeben. Egon Kahles, schon seit 1936 der Rechner des Vereins, verwaltete die Häuser weiter. Alle Mietverträge blieben bestehen, und auch das Bier lieferte weiterhin die Kronenbrauerei. Ein zwischenzeitlicher Flirt mit der "katholischen Wagner-Brauerei" hatte nichts ergeben. Eine Änderung aber gab es beim Wirt. Den Versuch der Pfarrei, den Pachtzins zu erhöhen, beantwortete Kiefer nach vergeblichen Verhandlungen mit der Kündigung zum 1.10.1964. Er ging nach Freiburg auf den "Neumeier" beim Schwabentor und man schied ohne Zerwürfnis. In einem sollte er Recht behalten: Mit dem Bau der Oberrheinhalle (1961)war die große Zeit des "Ortenauer Hofs" als Tagungslokal vorbei.
Bis zum Abgesang 1969 versuchten vier weitere Pächter ihr Glück - vergeblich. Die Personalkosten liefen davon, die Ansprüche an die Ausstattung stiegen, vor allem aber legten sie nicht den Einsatz ihres Vorgängers an den Tag. Der Pachtzins blieb aus, für Pfarrer Heß und den Stiftungsrat wurde der "Ortenauer Hof" zum Dauerthema und roten Tuch. Als erstes sollte ein neuer Kindergarten gebaut werden, dafür wurden 15 ar Hofgelände an die "Gothaer" verkauft. Bald gab es auch einen Interessenten für das Gemeindehaus, den Textil-Großkaufmann Max Bender. Aber die Bezirkssparkasse Offenburg bot noch bessere Zahlungsmodalitäten und machte im September 1969 das Rennen. Im ehemaligen Gastraum der "frohen Einkehr" richtete sie eine Filiale ein., dahinter im ehemaligen Saal, entstanden Büros und Verwaltungsräume. So endete nach fast 50 Jahren die Ära des "Ortenauer Hofs" als Gemeindehaus der Dreifaltigkeitspfarrei.
1908 war der 18. Oktober "herrlicher Herbsttag", und Offenburg erlebte die Weihe der neuen Dreifaltigkeitskirche. "Seine bischöflichen Gnaden der Hochwürdigste Herr Weihbischof Dr. Justus Knecht hatte die Gnade, die Konsekrationsfeier zu vollziehen. Am folgenden Tag nahm er auch die Konsekration der Seitenaltäre vor Abends fand im festlich geschmückten Union-Saal (heute Stadthalle) eine äußerst zahlreich besuchte Festveranstaltung statt, wobei Herr Oberlandesgerichtspräsident Dr. Zehnter die Festrede hielt". Außer ihm sprachen Dekan Halbig, Herr Oberbürgermeister Hermann, Oberstleutnant Melchior, der evangelische Stadtpfarrer Jacob und Herr Oberrabbiner Dr. Rawicz. Aus dem Einweihungsgedicht (von Carl Gütle?) folgen hier die Strophen 1-3 und 7-9:
Öffne die Tore und schmücke die Pforte, O juble und singe, du glückliche Stadt! Kannst du es fassen, findest du Worte? Es gilt heut zu schreiben ein Ruhmesblatt! Herrlich erhebt sich im Osten ein Bau, Des Hallen sind licht, die Säulen so schlank, Zwei Türme ragen in der Lüfte Blau, Das Zeichen des Kreuzes, "wie leuchtet s so blank! Tempel des Höchsten soll er jetzt werden, Die Pforte zum Himmel und Wohnung des Herrn; Da "will er stets weilen, der Retter der Erden, Inmitten der Menschen; o bleibet nicht fern! Nahe zu sein der lieblichen Jugend, Erwählt er dies Plätzchen, "will Führer ihr sein; Im Schatten der Kirche, nach Kämpfen um Tugend, Da senkt man die Toten zum Schlummer auch ein. Friedlich bei ihnen, im stillen Bereich Ruht der Schutzgeist1) des Baues, der Odem ihm gab, David, dem König in Israel, gleich, Entwarf er den Plan und stieg dann ins Grab. Freu 'dich mit uns, das Werk ist vollbracht! Laut künden die Glocken mit ehernem Mund: Des Vaters, des Sohnes und des Geistes Macht, Wird allen, die flehen hier, kund! ') Dekan Emil Ritzenthaler, gest. 1906
1918 hatte die junge Gemeinde schon 97 Weltkriegsopfer zu beklagen, für die Peter Valentin die große Pieta im rechten Seitenschiff schuf. Zur zehnten Wiederkehr der Kirchweihe gab Stadtpfarrer Karle im Verlag der Buchhandlung Roth eine 40seitige Darstellung der neuen Dreifaltigkeitskirche heraus. Wenige Monate vor der deutschen Niederlage war Karle noch voller Zuversicht. "Möge die unter Kriegsschwierigkeiten entstandene Neuauflage ein Lobpreis für die Leistungsfähigkeit des Offenburger kirchlichen Kunstgewerbes sein - das nach den langen Stürmen des Krieges im Frieden eine neue Auferstehung erhofft -, ein Zeuge für die opferwillige Gesinnung der Bewohner unserer Heimatstadt, zugleich aber auch ein herzlicher Willkommgruß an die nach langem, hartem Ringen lorbeergeschmückt heimkehrenden Krieger."
1928 hatte man wieder einmal Probleme mit der Heizung, die Leute schimpften auf die Firma Zepp. Otto Zepp (als Apostel Matthäus im Hauptschiff verewigt) wies die Kritik zurück: Die Wärme entweiche durch die Ritzen der nicht weiter isolierten Holzdecke. Für den Ausfall eines der beiden Brennöfen machte Zepp die falsche Kaminkonstruktion, also den Architekten, verantwortlich: "Durch die Art, wie die beiden Kamine angelegt und zusammengeführt sind, besteht die Gefahr, dass bei ungünstigem Wind einer der Kamine ganz abgedrosselt wird. In Fällen, wo nur ein Apparat geheizt wird, entstehen störende Zugerscheinungen aus dem anderen Kamin. Sind aber beide Apparate in Betrieb und es tritt durch ungünstigen Wind der Fall ein, dass die Rauchgase eines Ofens nicht annähernd die Temperatur der Rauchgase seines Nebenkamins erhalten, so werden durch die heißeren Gase des einen Kamins der Abzug der Gase des anderen Karmines, somit des Apparates bedeutend gehindert. Überall wo ein Kamin durch vorstehende Gebäude gegen Windzug verdeckt ist, greift man zu dem einfachen Mittel: Man baut den Kamin höher. Für Fälle, wo das äußere Bild für Kaminerhöhung nicht schön wäre, hat die fortgeschrittene Technik ein Mittel gefunden, um künstlichen Luftzug zu fördern. Für das Kamin der Dreifaltigkeitskirche käme ein Schwendilator in je. Selbstredend aber nicht einer, nach einer allgemeinen Schablone 3fertigt ist, sondern ein solcher, der der Bauart der Kirche anpasst.... neoromanischer Schwendilator also.. d. Red). Sie werden zugeben, dass ich keine Mühe und Kosten, für die ich seinerzeit nichts berechnete, gescheut habe, trotz fehlerhaften Kamins zu erreichen, bei auch bei ungünstigem Wind die Abgase abziehen. Erst hatte ich den Rauchabzug nach unten, dann, als bei üngünstigem Wind und Stauungen auftraten den Rauchabzug nach oben verlegt. Trotzdem aber sind Störungen der Rauchgase bei ungünstigem Wind bei die in Kamin nicht zu vermeiden, weshalb ich Ihnen nochmals die Anbringung eines Schwenlators in der beschrieben Ausführung empfehle. Zur Zeit ist trotz der Kälte von 13° -C, die ich mich selbst überzeugte, in der Kirche eine Wärme von 13° bis 14° C, trotzdem keine abgedichtete Decke in der Kirche ist und sehr viel Wärme durch die Fugen der gemalten Bretter entweicht. Apparate, mit denen dies zu erreichen ist, können doch niemals ein Pfusch sein. Es berührt mich höchst sonderbar, trotzdem immer wieder höfflich zu müssen, dass man meine Apparate als Pfusch bezeichnet. Mein Monteur sagte mir, dass Sie dies erst dieser Tage ihm gegenüber getan hätten. Ich wundere mich darüber um so mehr, da ich Sie betreffs der Kaminfrage schon persönlich aufgeklärt hatte." Hochachtungsvoll Zepp
1938 hatte die Gestapo Dekan Augenstein im Visier. Schon 1936 hatte ihm das Badische Ministerium die Unterrichtserlaubnis entzogen: "Er hat dem Sinne nach bemerkt, dass nirgends die Jugend so schlecht sei wie in Deutschland... Geradezu ungeheuerlich ist, dass der Geistliche einen Vergleich mit kommunistischer Erziehungsarbeit zieht und die letztere als besser bezeichnet. Es ist unmöglich, einem solchen Geistlichen länger die Erziehung der Jugend anzuvertrauen..." Eine Ladung vor das Sondergericht in Mannheim erfolgte zum 14.5.37, Augenstein wurde aber freigesprochen, obwohl der Oberstaatsanwalt 5 Monate Gefängnis gefordert hatte. "Die Zeugen Rektor Stolzer und Hauptlehrer Fehrenbach vermögen über den Angeklagten nichts Nachteiliges auszusagen, sie haben nur den Eindruck, dass er dem Deutschen Gruß geflissentlich aus dem Wege geht." Über katholische Lehrer gab es Gestapo-Akten (wie später bei der Stasi), in denen vermerkt war, wie sie zur NSDAP standen, zur Volksgemeinschaft und zur Judenfrage; ob sie an der Fronleichnamsprozession teilnehmen oder "aufbauwillig" sind Besonders auf dem Kieker hatten die Nazi die alte "Zentrumsagitatorin" Amelie Tonoli, der mit 49 Jahren der Rausschmiss aus dem Schuldienst drohte. Als fast ebenso "schlimm" galten Josef Würthle sen. Und die Lehrerinnen Maria Okenfuß und Gretel Knaus.
1948 spannten die Traber Artisten ein Seil von der Wilhelmstraße zum Nordturm, dessen Dach noch Kriegsschäden aufwies, und machten ihre Kunststücke über dem vom Publikum dicht besetzten Schulplatz. Ein Artist fuhr auf dem Motorrad, das sein Kollege mit Hängetrapez senkrecht hielt, bis fast zum Turm hinauf und machte auf dem Lenker einen Kopfstand.
1949 kamen die neuen Glocken. Vom Güterbahnhof fuhren die beiden girlandengeschmückten Lastwagen zur Unionbrücke, von wo die Stadtkapelle den Konvoi anführte. Über die Rammersweier-, Hermann- und Schillerstraße erreichte man den Schillerplatz. Dort warteten die Ministranten mit Kreuz und Fahnen, die Jugendlichen mit ihren Bannern und zahllose Oststädtler. Unter dem Glockengeläut der Kreuzkirche und evangelischen Stadtkirche ging es die Hilda-, Weingarten- und Friedrichstraße zur Kirche, wo die Geistlichkeit und der Stiftungsrat die Glocken empfingen. Zur Weihe wurden die Glocken im Chorraum aufgehängt und dann mit Winden im Handbetrieb auf die Türme hochgezogen. Anfangs gab es weder Läuteseile noch Antriebsmotor. Und so stießen junge Männer die Glocken mit den Händen an, bis sie in vollem Geläute schwangen. Einige dieser "jungen Männer" singen noch heute im Kirchenchor und können nach jenen nicht ungefährlichen Einsätzen gefragt werden. Ein Textilkaufmann (er will nicht genannt werden) trug dabei seinen neuen Sonntagsanzug, glitt beim Anschubsen aus und landete im Schmierfett: der Anzug war geliefert.
1958 wollte Pfarrer Johannes Heß die Kirche renovieren und den Chorraum neu gestalten. Dabei sollte der Hochaltar mit dem Kreuzigungsrelief und der Baldachin darüber entfernt und sieben Fenster in die Apsis gebrochen werden. Laut Zeitungsbericht vom 6.3.58 habe die Pfarrversammlung im Ortenauer Hof den Plänen des Pfarrers zugestimmt. Aber es gab auch Gegenmeinungen, die in einem Brief von Oberjustizrat Wendelin Müller deutlich werden. Er schrieb an den "Hochwürdigen Herrn Stadtpfarrer: ... Daß die Instandsetzung baldmöglichst durchgeführt werden muß, ist unstreitig, und danken wir Pfarrkinder Ihnen von Herzen für Ihre rasche Initiative und gehen wohl alle mit Ihren Vorschlägen einig, ausgenommen die folgenden Punkte: 1. Verlegung des Hochaltars mit der Folge, daß vom derzeitigen Hochaltar nur die Mensa mit dem Tabernakel bleibt am neuen Standort. Dabei fügt sich der derzeitige Hochaltar in den ganzen Stil der Kirche harmonisch ein, wirkt erhaben und schön und steht so, wie er jetzt ist, vielen Gläubigen vor der Seele als Symbol ihrer Gnadenstätte; dieser Altar mit der Kreuzigungsgruppe ist der einzige ruhende Pol in dieser Vergänglichkeit: stat crux, dum volvitur orbis! (Der Erdkreis vergeht, das Kreuz besteht! Übers. gow.) Der Gnadenstuhl im Giebel des Baldachins ist uns lieb und teuer und ist künstlerisch auch heute noch tragbar. In Not und Gefahr haben wir vor d i e s e m Altar Hilfe gesucht und gefunden, und ein Aufschrei ginge durch die Pfarrfamilie, wenn d i e s e r Altar fiele! Wir wissen, was wir an diesem Altar haben; wie der neue wirken wird, wissen wir nicht. Wird die Mauer der Apsis in Fenster aufgeteilt, wird die Kirche noch kälter als sie jetzt schon ist. Wir waren viele Jahre immer wieder Zeuge erhabenster Gottesdienste unter Leitung des hochw. Dekans Augenstein selig. Müssen wir dann mit dem neuen Altar in unserer Kirche auch die "moderne Sachlichkeit" feststellen, wird die Pfarrgemeinde sehr, sehr enttäuscht sein. 2. Überstreichen der Gemälde an der Decke. Werden diese überstrichen, kann die Decke ebenfalls langweilig und eintönig wirken. Der Vorzug des katholischen Gotteshauses gegen jede andere Kirche Andersgläubiger ist aber doch die Wärme; und um diese Wärme bangen wir; auch sind uns die Gemälde lieb und teuer. Ich möchte als einer von vielen Sie, hochw. Herr Stadtpfarrer bitten, die Pfarrgemeinde wegen dieser Sache noch einmal zusammenzurufen, wenn die Kommission ihre Vorschläge ausgearbeitet hat. Das Vorhaben der Renovation muß von der überwältigenden Mehrheit der Gläubigen getragen werden; nur dann können auch die notwendigen enormen Mittel aufgebracht werden... Mit dem kath. Gruß "Gelobt sei Jesus Christus" bin ich Ihr ergebener Müller, Oberjustizrat, Offenburg, Am Feuerbach 8" Nun, Wendelin Müller hatte keinen Erfolg. Der Baldachin fiel, das Relief wurde in die Krypta versetzt, die zu einer PAX-CHRISTI-Kapelle umgestaltet worden war. Allerdings musste Moroders Kreuzigungsgruppe vorsichtig auseinandergenommen, verkleinert und wieder zusammengesetzt werden, weil der Kellerraum keine ausreichende Höhe hatte. Diese Arbeiten leistete Angelo Valentin, ein Sohn von Peter Valentin sen. In die Chorapsis wurden sieben Fenster gebrochen, die Edzard Seeger mit dem eindrucksvollen Glasgemälde des kosmischen Christus schmückte. Allerdings kamen den Bauleuten Bedenken, dass der Gewölbedruck für die verbleibenden "Fensterrahmen" zu groß werden könnte. Architekt Fritz Weis zog deshalb einen Ringanker ins Gesims. "o jeh, wenn wegen der Fenster die Apsis einstürzt, dann kann ich in Offenburg die Koffer packen...." soll Pfarrer Heß gesagt haben. Hatte er Angst vor der eigenen Courage bekommen? - Aber alles ging gut, und die Dreifaltigkeitler freuten sich 1959 über ein festlich helles Gotteshaus. Die Deckengemälde von Augustin Kolb schätze Pfarrer Heß überhaupt nicht. Am liebsten hätte er sie "liquidiert", wie er in einem Brief an Baudirektor Ginter schrieb. Sie wurden schließlich mit fournierten Preßspanplatten zugenagelt und konnten 1995 ohne allzu großen Aufwand wieder restauriert werden.
1968 feierte Peter Ficht in seiner Heimatpfarrei Primiz. Er war der 19. Neupriester aus der damals 60-jährigen Gemeinde, und nach ihm kamen 1979 Hansjörg Rasch und 1981 Jürgen Faulhammer. Bis 1983 waren es 28 Ordensschwestern, von denen einige noch leben und z.B. in Brasilien und auf den Philippinen in der Mission arbeiten. Am 18. Mai 1969 erlebte unsere Gemeinde sogar eine Priesterweihe. Erzbischof Dr. Hermann Schäufele wollte dieses für die Kirche so hoffnungsvolle Fest auch einmal "in der Provinz" feiern, und so kamen in verschiedenen Jahren auch andere Städte zu der hohen Ehre. In Offenburg wurden fünf Diakone geweiht: Otto Braun, Zusenhofen; Gerhard Schmider, Hausach; Hermann Vogt, Oberkirch; Albert Wangler, Ebnet und Manfred Wiedemer, Appenweier.
Derweil - 1968/69 - probten in den Universitätsstädten die Studenten den Aufstand und demonstrierten gegen den Vietnamkrieg. In der Bundespolitik endete die CDU-Vorherrschaft, und bis in die Schulen und Familien hinein bekämpfte man "autoritäre Strukturen". In unserer Pfarrei aber schien die Welt noch in Ordnung. 1969 kam außer dem Freiburger noch ein indischer Bischof zu Besuch, und zu all diesen Festlichkeiten gab es Kirchenmusik vom Feinsten. An Allerseelen wurde in der überfüllten Dreifaltigkeitskirche Mozarts "Requiem" gesungen, und im Jahr darauf fand vom 8. bis 15. November eine "Ortenauer Kirchenmusikwoche" statt, an der viele Chöre der Stadt und des Dekanats teilnahmen und der Erzbischof Schäuble mit Pontifikalamt und Predigt liturgisches Gewicht verlieh.
Aber auch in der Kirche blieb das Schlagwort von der "Demokratisierung" nicht ohne Wirkung. Der Begriff vom "Volk Gottes", den das II. Vatikanische Konzil betont hatte, regte zu Mitsprache und Mitverantwortung an. Erstmals 1969 wurden Pfarrgemeinderäte gewählt, die den Pfarrer "in der Gemeindeleitung unterstützen" sollten. Heute ist das selbstverständlich, ja wir haben mit den Seelsorgeeinheiten wieder neue Strukturen, aber damals mussten die neuen Rollen und Regeln erst noch gefunden werden, und das ging auch in Hl. Dreifaltigkeit nicht problemlos.
1978 gab es einen Einschnitt in der Jugendarbeit der Gemeinde. Die bisherigen KJG-Gruppen (kath. junge Gemeinde) wurden nach tiefgreifenden Differenzen mit Pfarrer Ruck und dem PGR aufgelöst und ein Neuanfang versucht. Paul Kindle schrieb dazu in der Jubiläumsschrift von 1983: "Die KJG unserer Kirchengemeinde entwickelte sich immer mehr zu einer eigenständigen Gruppe, stärker auf den Verband ausgerichtet als auf die Pfarrei. "Mitglied kann jeder junge Mensch werden (also nicht nur Katholiken), der die Grundlagen und Ziele des Verbandes bejaht". Hauptziel ist, jungen Menschen bei der Gestaltung ihres eigenen Lebens zu helfen, das Leben der Pfarr- und Bürgergemeinde bewusst mitzugestalten und an der Verbesserung ihrer Strukturen mitzuwirken. Nicht immer wurde dieser Auftrag von unseren KJG-lern befolgt, beziehungsweise von Pfarreimitgliedern entsprechend verstanden. Heftige Auseinandersetzungen folgten, bis 1977 die alte KJG aufgelöst und gleichzeitig die neue KJG unter anderer Leitung gegründet wurde. 1980 folgte ein weiterer Einschnitt: die Ministranten, die bis dahin KJG-Mitglieder waren, wurden abgetrennt. Seither stehen die Ministranten, (1980) etwa 30 Kinder (nur Buben) und Jugendliche, unter direkter Führung unseres Pfarrer und veranstalten unabhängig von der KJG Gruppenabende und Freizeiten... - Was müssen wir tun, damit uns die Jugend nicht davonläuft? Wichtig ist, ihre religiöse Lebenswelt (laue Christen, zerrüttete Ehen, geschiedene Eltern, schlechte Vorbilder, Zweifel und Unzufriedenheit...) und ihre Alltagserfahrungen (Fernsehen, Video, Zeitschriften, Wohlstand, Konsum, Zweiräder, Spielsalons, Clubs, Discos...) kennenzulernen. Wir müssen die Jugendlichen dort abholen, wo sie sind, beziehungsweise wo sie unsere Gesellschaft hingebracht hat. Damit sie bei uns bleiben und sich bei uns entfalten können, darf die Pfarrgemeinde nicht mit räumlichen Angeboten geizen. Wir als Kirchengemeinde müssen kirchliche Jugendarbeit auch als "gesellschaftliche Diakonie" (Synodenbeschluß) verstehen."
1988 erfolgte der erste Brückenschlag von Offenburg nach Abancay in Peru. In der Pfingstausgabe des Pfarrbriefes wurde die Pfarrei del Sagrario ("zum Allerheiligsten") in Abancay vorgestellt, der Mittelpunkt eines 40 Dörfer umfassenden Seelsorgebezirks und seit 1958 Bischofssitz. Am 4. Mai hörten die Pfadfinder im Gemeindehaus den Bericht der 16jährigen peruanischen Austauschschülerin Erica Vecchione aus Arequipa und sahen Lichtbilder aus Peru. Information war nötig, denn es stellte sich heraus, dass Deutsche wohl noch weniger von Peru wissen als Peruaner von Deutschland. Auf die Frage, welche lebenden Deutschen in Peru bekannt seien, meinte Erica: Franz Josef Strauß und Boris Becker. Im Oktober veranstaltete der Missionskreis unter der Leitung von Frau Weiß eine Ausstellung über Peru, um die Partnerschaft mit Abancay stärker ins Bewusstsein der Dreifaltigkeitsgemeinde zu bringen. Filme, Dias, Gespräche beim Gemeindehock begleiteten diese Veranstaltung. Bereits am 25. Juli hatten sich Padre Miguel Guitart und Pfarrer Schnappinger in Wiesbaden getroffen, um die Möglichkeiten der Partnerschaft zu erkunden. Die gegenseitigen Besuche und der Briefwechsel, die großzügige Hilfe, die wir unseren peruanischen Freunden immer wieder geben können, haben die Partnerschaft gefestigt. 1994 und 1998 reisten Mitglieder der Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit nach Abancay. 1999 freuen wir uns auf den Besuch von Bischof Isidro Sala, der voraussichtlich am Dreifaltigkeitssonntag bei uns zu Gast sein wird. Aus dem Jahr 1988 sollte man auch den ersten "Ökumenischen Gemeindebrief für die Oststadt" erwähnen, gestaltet von Katholiken, Evangelischen und Methodisten. Berichtet wurde von "eucharistischer Gastfreundschaft" zwischen den Kirchen (außer der Katholischen), was als "Meilenstein der Ökumene" bezeichnet wurde. Wir waren damals entschieden optimistischer als heute. Mit dem "konziliaren Prozeß für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" glaubten wir uns auf dem Weg zur Einheit der christlichen Kirchen, und das Ziel schien in erreichbarer Nähe.
Papst Johannes Paul II. besuchte 1988 das 2000 Jahre alte Straßburg, und viele Offenburger sahen ihn im Meinau-Stadion. Aus Peru wurden die Morde und Greueltaten des "Sendero Luminoso" ("leuchtender Pfad") berichtet. Zusammen: Hoffnungen und Rückschläge... eigentlich das ganz normale Leben, auch wenn man es im 10-Jahres-Rhythmus fokussiert...