Magdalena Leykamm

 

Missionsarbeit auf den Philippinen

Schwester Magdalena Leykamm ist eine Frau aus der Offenburger Oststadt, sie ist hier aufgewachsen und hat schon immer zu unserer Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit gehört. Heute ist sie Missionsschwester auf den Philippinen. Sie freut sich über jeden Kontakt aus unserer Pfarrei.

Wir haben sie gebeten, etwas über ihre Arbeit zu berichten. Sie hat uns freundlicherweise eine Beschreibung ihres Wirkens geschickt, das eine Mitschwester verfasst hat. Sie selbst schreibt, dass sie sich sehr gefreut hat, etwas aus der alten Heimat, aus der Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Offenburg zu hören. Das Schulhaus wird erweitert und sie glaubten, dass es bis zum Beginn des neuen Schuljahres fertig werden würde. Aber leider ist das nicht der Fall. Sie selbst versucht sich an der Buchhaltung, bis eine jüngere Frau mit der Ausbildung fertig ist und sie dann ablösen kann. In der Schule unterrichtet Schw. Magdalena "Christliches Leben" (Religion). Insgesamt unterrichten vier Schwestern und neun Lehrer/innen und Angestellte 127 Jungen und Mädchen in der Grundschule - nicht zu vergessen die Arbeit, die unten beschrieben wird. Wenn alles klappt, wird sie nächstes Jahr Heimaturlaub bekommen, auf den sie sich schon jetzt sehr freut, denn es gibt sehr wenig Freizeit und noch mehr Arbeit. Herzlich und dankbar grüßt sie uns alle recht herzlich. Wer Freude am Schreiben hat und nicht sofort eine Antwort erwartet, kann Schw. Magdalena schreiben:

Sr. Magdalene Leykamm
Tugdaan Center
Paitan
c/o Holy Infant Academy
5200 Calapan City, Mindoro Or.
Philippines
E-Mail-Adresse: magdalenassps@gmail.com

Brief an den Vorsitzenden des Missonsausschuss

Lieber Herr Wiedemer,
recht herzlichen Dank für Ihren Brief und den Gemeindebrief von Dreifaltigkeit. Über beides habe ich mich sehr gefreut und von der ersten bis zur letzten Seite alles gelesen. Nun haben wir auch E-Mail. Mit dem Internet klappt es noch nicht, aber demnächst soll es auch so weit sein.
Ich bekam Nachricht von Wimbern (Missions-Zentrale), dass von Dreifaltigkeit 100 Euro für mich eingegangen sind. Können Sie bitte meinen Dank weiterleiten. Auch an den Missionskreis viele herzliche Grüße.
Eben ist die Zeit knapp. Wir haben zwei Dörfer, die nötig Wasser brauchen. Da müsste man sich verdoppeln können. Die Mangyanen in Kulasisi haben sich endlich entschlossen das Land, das ihnen von ihren Vätern anvertraut wurde, zurückzufordern. Es haben sich dort andere Leute angesiedelt vor fünf Jahren, die Gewehre hatten, und dagegen anzugehen fehlte den Mangyanen der Mut. Nun wollen sie nächste Woche von den Grundstücken Besitz ergreifen, die zur Zeit nicht bebaut sind, um einen Anfang zu machen. Die Regierung hat versprochen, den Siedlern ein anderes Stück Land zuzuweisen. Natürlich sollen wir nächste Woche dabei sein, als „moral support“. Da gibt es noch einiges zu erledigen für uns mit den Behörden.
Für heute herzliche Grüße, auch an Ihre Familie, Sr. Magdalena Leykamm, SSpS
E-Mail-Adresse: magdalenassps @ gmail.com

Interview

In vier Jahren kann die Steyler Missionssschwester Magdalena Leykamm ihre Goldene Profess feiern (50 Jahre seit dem „Ewigen Ordens-Gelübde“). Im Sommer hat sie ihr Elternhaus in Offenburg, ihre Geschwister und deren Familien besucht und dem Gemeinde-Magazin Fragen beantwortet.
Sr. Magdalena, wie ist die Situation der Kirche auf den Philippinen, und speziell auf der Insel Mindoro, wo Sie arbeiten? 
Seit der spanischen Kolonialzeit, die bis 1898 dauerte, ist das Inselreich katholisch missioniert worden. In der US-Kolonialzeit (bis 1948) kamen andere Christliche Kirchen und Gemeinschaften hinzu, so dass man heute von den 85 Millionen Einwohnern ca. 90 % christlich nennen kann. Aber es gibt auch eine muslimische Minderheit. Auf der Insel Mindoro, auf der mehr als 6 Millionen leben, gibt es zwei Bistümer, eines von einem Steyler Bischof geleitet, d.h. von der Kongregation, zu der auch ich gehöre und die von den Niederlanden ausging.
Was ist speziell Ihr Arbeitsfeld?
Früher habe ich 15 Jahre in Manila gearbeitet, jetzt schon seit 7 Jahren in Sablayan/Mindoro, und zwar zuerst als Kindergärtnerin, später auch als Grundschullehrerin für Rechnen, Englisch, Religion, was wir „christian living“ nennen. Oft besuchen wir Dörfer, um sozial und pastoral zu helfen, Kranke zu verarzten oder Hygiene-Ratschläge zu geben. Die halbe Woche wohnen wir aber in einem kleinen Haus neben der Kirche in Sablayan, kaufen ein und bringen unsere Wäsche in Ordnung, bevor es wieder auf Tour geht.
Sehr wichtig ist auch die Koordination der Mangyanen-Mission, in der viele Stämme zusammenarbeiten, um die wichtigsten Aufgaben zu organisieren: Erziehung und Kultur, Gesundheit, Agrarwirtschaft und Verwendung der Einkünfte. Dadurch wächst Solidarität unter den Stämmen, die sonst von der Industrie und Zentralregierung leicht gegeneinander auszuspielen wären.
Wie ist das Verhältnis von einheimischen und europäischen Priestern und Ordensleuten?
Die philippinische Kirche ist beinahe autark. Ich bin die einzige Deutsche unter drei Ordensfrauen. Es gibt ja auch kaum Nachwuchs aus Europa. Manchmal haben wir „Missionare auf Zeit“, so hatten wir im letzten Jahr eine Slowakin. Allerdings sind auch die philippinischen Geistlichen dünn gesät: Ein Priester für die 8000 Christen in Sablayan, dazu noch ein Dutzend Dörfer im Umkreis. Wo am Sonntag keine Messfeier sein kann, halten die Katechet/innen Wortgottesdienste mit Kommunionausteilung.
Welche Sprache sprechen Sie mit Ihren Leuten?
Die offizielle Staatssprache ist Tagálog, die am weitesten verbreitete einheimische Sprache, die auch Filipino genannt wird.
Aber die vielen Völker haben eigene Sprachen, und „mein“ Volk sind die Mangyanen, eine „vergessene“ Minderheit, die Mangyán spricht. Allgemein kann man sich auf englisch verständigen, aber in einem entlegenen Stammesgebiet ist das zunächst eine Fremdsprache.
Spürt man etwas von Globalisierung auch auf den Philippinen?
Vor West-Mindoro liegt das Apo Reef, das zweitgrößte Korallenriff Asiens, eine große Touristen-Attraktion, die aber durch zuviel Tourismus gefährdet ist. Leider gibt es auch in unseren Wäldern Raubbau an wertvollen Hölzern, und die Polizei ist im Zweifelsfall weit oder korrupt. Unsere Aufgabe ist „Basisarbeit“: Wissensvermittlung für gesunde Ernährung, Schulbildung, Qualifikation. Nur so können sich die Filipinos gegen mächtige ausländische Konzerne wehren, die die Bodenschätze ausbeuten und verseuchte Böden und Gewässer hinterlassen. 
Sr. Magdalena, vielen Dank für Ihre Informationen. Man sieht, dass Sie nicht nur Katechese geben, sondern Lebenshilfe in allen Belangen leisten. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen und offene Hände zur Unterstützung Ihrer Arbeit.
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Mission Philippinen

Das Volk der Mangyanen

Die Mangyanen sind eine kulturelle, ethnische Minderheit auf den Philippinen. Zu ihnen gehören sieben ethno-linguistische Gruppen: die Alangan, Iraya, Tadyawan, Hanunuo, Batangan, Buhid und Ratagnon, die sich durch Sprache, Bräuche und Traditionen voneinander unterscheiden. Gegenwärtig wird ihre Bevölkerung auf 52 000 geschätzt. Die meisten leben im Bergland der Provinz Ost- und Westmindoro.

Das Land ist eines ihrer kostbarsten Besitztümer. Durch Probleme, die von den Menschen im Tal verursacht werden, wie Landraub, Bergbau und illegales Abholzen, leben sie ständig in Angst. Da die meisten Mangyanen keine gute, ihnen angemessene Ausbildung besitzen, fühlen sie sich den gut ausgebildeten und auf ihren Vorteil bedachten Menschen im Tal hilflos ausgeliefert.

Es sind freundliche, äußerst friedliebende Menschen. Wie andere Ureinwohner werden sie Opfer skrupelloser Siedler, die ihnen das Land wegnehmen, oder von Regierungsprojekten, durch die sie umgesiedelt werden oder ihr Leben im Namen der Entwicklung verlieren. In der Vergangenheit haben sie sofort ihre Hüten, ihr Land und alles, was sie besaßen, verlassen, wenn sie bedroht wurden, und sind noch tiefer in die Berge geflohen. Selbst heute verlassen noch viele ihre Dörfer, wenn sie von Nicht-Mangyanen angegriffen oder von Epidemien bedroht werden. Es blühen Ausbeutung und Diskriminierung der Mangyanen. Um dieser Not besser begegnen zu können, wurde 1989 von den Mangyanen selbst mit der Unterstützung der Steyler Missionsschwestern "Tugdaan" gegründet.

Wikipedia Philippinen