Pfarrkirche

 
Im Konradsblatt 12/2013 wurde über die Renovierung von St. Fidelis berichtet.
 


Lesen Sie hier den ganzen Artikel dazu aus dem Konradsblatt:
 
Die Pfarrkirche Sankt Fidelis
 
Die Fideliskirche wurde in den Jahren 1960 bis 1961 erbaut und am 28. April 1963 konsekriert. Die Kirche ist dem heiligen Fidelis von Sigmaringen (1578-1622) geweiht, einem Märtyrer aus dem Kapuzinerorden, dessen Fest wir am 24. April feiern. 1995 wurde die Kirche renoviert und der gesamte Innenraum neu gestaltet.
So wurde der Altar, das zentrale Symbol für Christus, näher zur Gemeinde hin gerückt. Die Schrägstellung der Kirchenbänke bewirkt eine stärkere Konzentrierung auf den Altar hin. Die große Chorbank für Priester, Ministranten, Lektoren und Kommunionhelfer macht eine Versammlung des feiernden Gottesvolkes um den Altar möglich. Dadurch wird deutlich: Wir feiern die Gegenwart Christi in unserer Mitte.
Altar und Ambo sind aus dem Material des früheren Altares erstellt und aufeinander abgestimmt worden, um so einen Zusammenhang zwischen dem "Tisch des Wortes" und dem "Tisch des Mahles" darzustellen. Christus ist gegenwärtig in den Gestalten von Brot und Wein, im Wort der Frohen Botschaft, im Priester, in der Gemeinde und im gemeinsamen Beten und Singen.
Die große Rückwand im Altarraum schmückt das San-Damiano-Kreuz. Es spielte in der Lebensgeschichte des heiligen Franz von Assisi eine große Rolle. Im Jahre 1206 betet Franziskus in der zerfallenen Kapelle San Damiano unter diesem Kreuz und vernimmt eine Stimme, die ihm sagt: "Franziskus, siehst du nicht, wie mein Haus zerfällt? Geh und stelle es wieder her!" Franziskus verstand diesen Auftrag wörtlich und begann, die Kapelle San Damiano wieder aufzubauen. Erst später begriff er, dass es um einen geistlichen Neuaufbau der Menschen in der Kirche ging. Das Original dieses Kreuzes befindet sich heute im Kloster der Klarissen in Assisi. Das San-Damiano-Kreuz ist von einer einmaligen theologischen Aussagekraft. Näheres dazu finden sie auf den Meditationskarten im Schriftenstand der Kirche.
Die Offenburger Kapuziner und ihre Geschichte

»In Offenburg gibt es die Kapuziner bereits seit 1637...«
So beginnt die Beschreibung des Offenburger Klosters und der Tätigkeiten der Brüder in Offenburg. Im Herbst 2002 wurde mit dem Weggang der Kapuziner diese Geschichte abgeschlossen.

Wirken der Kapuziner in Offenburg

1280 – 1803

Die Offenburger Bürgerschaft richtet an das Provinzkapitel des Franziskanerordens in Mainz die Bitte, "... dass Ihr Aufenthalt und Wohnung nehmen und sittige Brüder, deren Rat uns leite und begleite, hierher versetzen möget". Die Bitte wurde erfüllt. Franziskaner, später Minoriten genannt, kommen und bauen ein Kloster "hinter der nördlichen Stadtmauer, neben dem Straßburger Tor – das Barfüßerkloster". 1803 wird es säkularisiert.

1637 – 1820

Am 20. Oktober 1637 kommen die ersten Kapuziner nach Offenburg. Sie bauen von 1640 bis 1647 das Kloster in der Gymnasiumstraße, bis 1820 dient es als Konvent. Als einziges Haus überlebt es den Brand Offenburgs 1689 unbeschadet.

1927

Wieder sind es Kapuziner, die ein Kloster bauen, diesmal an der Peripherie der Stadt: St. Fidelis in der Straßburger Straße, das als "Klösterle" weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt wird. Es wird Aushilfsbezirk.

1941

Das Kloster wird Pfarrkloster. Namenspatron ist der hl. Fidelis von Sigmaringen, der Märtyrer aus dem Kapuzinerorden.
Zeitweise versehen sechs Patres und die gleiche Anzahl Brüder ihren seelsorgerischen Dienst. Krankenhausseelsorge, Betreuung der in Offenburg und den umliegenden Dekanaten ansässigen Priester und Ordensschwestern und später die Gefängnisseelsorge sorgten für einen guten Ruf.

1944/1945

Am 27. November 1944 fallen Brandbomben. Ein späterer Granatbeschuss macht das Kloster unbewohnbar, die Patres finden Unterschlupf in Zell am Harmersbach. Doch bereits im April 1945 beginnen die Arbeiten, um das Kloster wieder wohnlich zu machen.

1949

Die Kapelle wird renoviert, doch das "schöne Kirchlein", so eine Chronik, wird zu klein.

1961

Die jetzige Pfarrkirche St. Fidelis ist gebaut. Der Turm mit dem goldenen Kreuz wird zum Wahrzeichen der Offenburger Nordweststadt.

1970

Die Kapuziner beginnen das "Offenburger Modell" mit der seelsorgerischen Betreuung der Umlandgemeinden. In Bühl beginnt das Seelsorgeteam seine Arbeit mit dem Weihnachtsgottesdienst.

1973 – 1983

Die Pfarrei Griesheim kommt in die Betreuung der Kapuziner, Waltersweier folgt 1980 und 1983 mit Weier die letzte der Gottswaldgemeinden.

1. Januar 2000

Die Gottswaldgemeinden und St. Fidelis erhalten vom Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg den Status einer Seelsorgeeinheit.

15. Oktober 2001

Die Provinzleitung der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz gibt bekannt, dass das Kloster aufgelöst und die Ordensleute an andere Klöster versetzt werden.

3. Oktober 2002

Die Kapuziner verabschieden sich endgültig aus Offenburg.
San-Damiano-Kreuz